Die Geschichte


In den 1960er Jahren begannen Landwirte in Flattendorf mit Schaufeln und Traktoren Sand abzubauen. Johann Scherf, Gastwirt und verstorbener Vater vom heutigen Geschäftsführer Martin Scherf, hatte den Mut, in diesen Nebenerwerb zu investieren. Er schaffte eine einfache, gebrauchte Siebanlage und je einen LKW und Radlader an. Gemeinsam mit seiner Frau Maria führte er Gasthaus, Landwirtschaft und die Sandgrube. Die 11 Kinder des Unternehmerpaares dürfen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

1976 erfolgte die Übergabe der Betriebe an den 23jährigen Sohn Martin und dessen Frau Josefa. Als 1986 der Atomreaktor von Tschernobyl explodierte, war die Geburtsstunde der heutigen Firma Scherf. Die Angst vor verstrahlten Böden und auch Sandkisten machte sich breit. Die Menschen waren besorgt um ihre Kinder und suchten nach strahlenfreiem Spielsand. Der Geschäftsführer von Baustoffe Teubl in St.Johann/Haide machte Martin Scherf auf diesen Nachfragedruck aufmerksam. Martin Scherf zögerte nicht und begann nach einer schlaflosen Nacht mit seinem Projekt. Der eigene Sand wurde aus tieferen Schichten gewonnen und war geprüft strahlenfrei. Nach wenigen Monaten Vorbereitungszeit konnte man mit Produktion und Auslieferung beginnen. Bereits die erste Verpackung war mit Bild bedruckt, das Werk eines Aquarellmalers aus dem Dorf. Plötzlich öffneten sich viele Tore, viele neue Kunden brachten die Firma zum Erblühen. Sand in Säcken, das war so neu, dass es reaktionär belächelt wurde. Bald aber stellte sich heraus, dass Sandsäcke auch am Bau Erleichterung bringen. 1990 wurde eine Halle mit einer Sandtrocknungsanlage gebaut, 1994 vollautomatische Verpackungsmaschinen angeschafft.

1996 begann der 20jährige Jürgen Scherf, der Sohn von Martin und Josefa, seine berufliche Laufbahn in der Firma. Die praktischen Aufgaben, vom Vorplatzkehren bis zum Steuern von LKW und Radlader, kannte er schon zu Genüge aus den Ferien. Er erkannte den Handlungsbedarf auf anderer Ebene: Aufbau einer EDV-Infrastruktur, gezielte Entwicklung neuer Produkte und Märkte, ein umfassendes Marketing. 1997 wurde das erste Produkt aus Naturstein angeboten (Carrara-Marmorsplitt) – ein Meilenstein. 2004 entwickelte man mit einer Agentur das derzeitige Corporate Design und der erste Katalog wurde gedruckt. 2005-2006 entwickelte Jürgen Scherf mit dem Sortimentsbereich Gabionen-Steinkörbe einen neuen Wachstumsmotor. Mit viel Selbstbewusstsein ging der fachspezifische Autodidakt Jürgen Scherf beharrlich seinen Weg. Er baute eine Betriebsorganisation auf, recherchierte akribisch die Rohstoffquellen, entwickelte mit seinem Team innovative Produkte und Vertriebskonzepte und machte Scherf zum internationalen Player.